
Diana Wohlrath
Die Lesung für zuhaus:
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Wirft man einen Blick in Ihre Biografie, scheint Fantasy eine große Leidenschaft von Ihnen zu sein. Mit "Der Feuerthron" legen Sie Ihr Debüt als Fantasy-Autorin vor. Was haben Sie gedacht, als Sie das fertige Buch vor sich liegen hatten?
Diana Wohlrath: Ich habe mich gefreut, dass ein kleiner Teil der Welt, die mein Mann und ich zusammen entwickelt haben, nun den Weg in ein Buch gefunden hat.
Das Buch spielt in einer eigenen kleinen Welt. Wie lange hat es gedauert, diese Welt aufzubauen und sie in Worte zu fassen? Wie hat sich die Geschichte um Mera, Girdhan, Kip, Hekendialondilan und Careela entwickelt?
Die Welt ist insgesamt weitaus größer als der Archipel von Runia. Aber die Vorgeschichte, die zu den Abenteuern von Mera und ihren Freunden geführt hat, ist beinahe so alt wie die von uns geschaffene Welt selbst, nämlich fast zwei Jahrzehnte. Wir haben die Welt in einer Art Spiel miteinander entwickelt und die Fakten und die Hintergründe schriftlich festgehalten. Es existieren noch mehrere Ordner mit Notizen, die die Welt und ihre Geschichte beschreiben.
Mein Mann und ich hatten den Feuerthron und seinen Entführer im Lauf anderer Entwicklungen aus den Augen verloren. Diesen Zweig haben wir mit dem Roman aufgegriffen, weil der Archipel mit seinen Problemen ein gutes Spiegelbild der gesamten Welt ist. Die Götter, die magischen Farben und deren Gegensätze, die über 200.000 Jahre alte Geschichte dieser Welt - all das hat schon existiert, ehe Mera und ihre Freunde Gestalt annahmen.
Wir wollten das Schicksal des mächtigen Artefakts und seines Diebes endlich aufklären. Dabei zeigte sich, dass die Bäume der Schwarzen Magier auch in einer Gegend, in denen ihnen scheinbar niemand ernsthaften Widerstand leisten kann, nicht in den Himmel wachsen. Eine Gruppe, deren Waffen aus Mut, Freundschaft, Zivilcourage und Findigkeit bestehen, stellt sich gegen ein Artefakt, das einst für einen Gott bestimmt gewesen war, aber nun missbraucht wird, um eine tyrannische Herrschaft zu errichten.
Verraten Sie uns, wie Sie auf die außergewöhnlichen Namen im Buch gekommen sind?
Die Namen richten sich nach Regeln, die wir im Lauf der Zeit festgelegt haben und die von den einzelnen Völkern und deren Farben abhängig sind. Dabei haben wir nicht auf spezielle irdische Kulturen zurückgegriffen.
Gibt es eine Figur im "Feuerthron", die Sie am liebsten mögen?
Nein. Aber Mera, Girdhan und Kip sind uns von allen natürlich am meisten ans Herz gewachsen.
Blau gegen Grün, Violett gegen Gelb und Schwarz gegen Weiß. Im "Feuerthron" spielen Farben eine große Rolle. Steckt eine tiefere Bedeutung dahinter?
Ja. Es handelt sich um Ausprägungen magischer Kräfte wie auch um die Götter- und Glaubenswelt. Es gibt sechs Götter, die die Welt aktiv beeinflussen und die obersten Kraftzentren dieser Magie sind. Diese Götter aber stehen sich in zwei Parteien feindlich gegenüber und haben die Welt in einen schon fast 180.000 Jahre währenden Krieg gestürzt, den menschliche und andere Völker stellvertretend immer weiter ausfechten, so dass selbst die magischen Farben einander feind geworden sind.
Prallen konzentrierte schwarzmagische und weißmagische Kräfte aufeinander, führt das zu verheerenden Feuerstürmen, und für einen Anhänger des grünen Gottes kann zu viel blaue Magie tödlich sein, wenn er selbst magische Talente hat. In den Tempeln der Götter wird der Hass auf die 'Gegenseite' geschürt, und die Götter der anderen Seite als Dämonen bezeichnet. So wird es den Menschen schwer gemacht, Vorurteile zu überwinden und Toleranz zu üben. Aber nur auf diesem Wege lassen sich auch für unsere Helden die Probleme ihrer kleinen Welt lösen.
Wer ist Ihr erster Leser?
Meinen Mann kann man nicht rechnen, denn der ist ja an der Entwicklung des Romans beteiligt. Die ersten, die das Manuskript in die Hand bekommen und lesen, sind die Damen in der Literaturagentur, mit der wir zusammenarbeiten. Auch wenn sie teilweise viel älter sind als die Leser, für die "Der Feuerthron" bestimmt ist, so hat es ihnen doch Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen.
Welches sind Ihre nächsten Projekte?
Die Geschichte des Feuerthrons geht noch weiter, denn solange er existiert, stellt er eine Gefahr da, insbesondere, weil die eigentlichen Erschaffer auf ihn aufmerksam geworden sind und ihn zurückholen wollen. Und das sind keine freundlichen Leute.
Doch auch die Geschichte der Dämmerlande ist es wert, erzählt zu werden. Während "Der Feuerthron" noch in der Zeit spielt, in dem der Kampf der Götter die Welt an den Rand der Zerstörung bringt, leben Laisa und Rogon in einem neuen Jahrhundert, in dem die sechs Herrschaften im Osten und im Westen Frieden geschlossen und sich voneinander zurückgezogen haben. Dabei ist eine Zone entstanden, in der die Kräfte der Götter schwächer sind und die magischen Farben weniger leuchten. Dieses Gebiet wird die Dämmerlande genannt. Dort ist von Frieden allerdings wenig zu spüren. Die Menschen hängen immer noch ihren alten Feindschaften an und es besteht die Gefahr, dass der brüchige Friede wie Glas zerbricht. Als Magier aus dem Schwarzen Land versuchen, ein Artefakt in die Hand zu bekommen, aus dem sich eine neue, übermächtige Waffe schmieden lässt, steht die Situation auf Messers Schneide.